Sicher sind Sie als Eltern bedingt durch eigenes Erleben aufgeregter, als Ihre Kinder beim ersten Zahnarztbesuch. Aber für Ihr Kind soll es nicht so sein! Es soll den ersten Besuch in der Zahnarztpraxis als interessant, spannend, aber auch ein bisschen aufregend – im positiven Sinne – erleben.
Die ersten Zähne von Kindern sind besonders empfindlich gegenüber Karies. Das liegt daran, dass ihr Zahnschmelz noch nicht vollständig entwickelt ist und daher weniger widerstandsfähig als der von bleibenden Zähnen.
Eine gute Zahnpflege sollte möglichst früh erlernt werden, damit Kinder langfristig gesunde und kariesfreie Zähne sowie ein strahlendes Lächeln behalten. Unsere Zahnärztinnen und Zahnärzte vermitteln den jungen Patientinnen und Patienten auf spielerische Weise den richtigen Umgang mit Zahnbürste und Zahnpasta.
Vor der ersten Behandlung im Behandlungsstuhl gibt es häufig einen kleinen Rundgang durch die Praxis, bei dem spannende Geräte entdeckt werden können. Positive Erlebnisse beim Zahnarzt in jungen Jahren schaffen die Basis für gesunde und schöne Zähne – ein Leben lang.
Ergänzend zur halbjährlichen Individualprophylaxe kann bei stärkerer Zahnsteinbildung oder erhöhtem Pflegebedarf eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll sein. Für Kinder im Alter von etwa 3 bis 11 Jahren empfehlen wir, diese je nach Bedarf ein- bis zweimal jährlich durchführen zu lassen.
Wenn für Ihr Kind eine Zusatzversicherung besteht oder geplant ist, lohnt es sich, vorab zu klären, ob die Kosten für diese Behandlung ganz oder teilweise übernommen werden.
Voraussetzung für einen gelungenen Zahnarztbesuch sind einige wichtige Dinge, die Sie, werte Eltern, unbedingt bedenken sollten:
Vermeiden Sie bitte unbedingt im Beisein Ihrer Kinder Gespräche über eigene Zahnarzterlebnisse, die ja oft übertrieben dramatisch geschildert werden – und man am Ende als „Held“ angesehen werden will. Bereits ab dem 6. (!) Lebensmonat registrieren Kinder solche Gespräche – und man muß sich dann nicht wundern, wenn sie verängstigt zum ersten Male beim Zahnarzt erscheinen.
Gehen Sie bitte frühzeitig mit Ihren Kindern zum Zahnarzt, möglichst ab dem ersten Zahn, spätestens mit 2. Jahr – auch wenn Sie sicher sein sollten, dass die Zähne Ihrer Kinder gesund sind. Gerade dann ist der 1. Zahnarztbesuch besonders sinnvoll, da die Zähne nur angeschaut werden.
Vermeiden Sie bitte solche Begriffe wie „Du brauchst keine Angst zu haben“ oder „Der Zahnarzt bohrt nicht“ und ähnliches. Auch nach einer erforderlichen Behandlung sollten Sie Ihr Kind nicht fragen, „ob es schlimm war“, „ob es weh getan hat“ usw. Wenn es dem Zahnarzt gelungen ist, die Behandlung interessant, spannend, schmerzarm zu gestalten – und das ist immer unser Bemühen – dann erübrigen sich derartige Fragen von selbst.
Hätten Sie‘s gewusst? Bereits von der 6. Schwangerschaftswoche an bilden sich die Milchzähne und zum Zeitpunkt der Geburt sind alle 20 Milchzahnkronen voll ausgebildet. Sie stehen eng gedrängt in dem kleinen Kiefer und selbst der 1. bleibende große Backenzahn, der erst um das 6. Lebensjahr durchbricht, entsteht schon vor der Geburt.
Dauernuckeln von süßen Babytees und Fruchtsäften, später Cola und Limonade aus Plastikflaschen ruft nicht nur unweigerlich und äußerst schnell und dramatisch Karies hervor, sondern führt auch häufig zu extremen Folgeerscheinungen wie Vereiterungen der Kiefer, Mittelohrentzündungen, Fieberschüben, Atemwegsinfektionen usw. Zahnfehlstellungen, Verformung der Kiefer sind immer die Folge, denn nur wenige Minuten mehrmals täglich genuckelt, sind dafür verantwortlich.
Je älter Ihr Kind wird, desto schwieriger ist es, ihm das Lutschen abzugewöhnen. Liebe, Geduld und einige Grundsätze helfen, dem Problem „zu Leibe zu rücken“.
Machen Sie Ihr Kind zu Ihrem „Partner“- Einsehen und Verstehen bewirken mehr als Strafandrohung.
Alle Hilfsmittel in der Abgewöhnungsphase müssen von Ihrem Kind freiwillig akzeptiert werden.
Zwangsmaßnahmen sind wenig erfolgversprechend, führen aber häufig zu psychischen Schäden.
Eltern, Geschwister und Großeltern müssen gemeinsam motivieren.
Bieten Sie Ihrem Kind Ersatzhandlungen und Anregung zur Selbstkontrolle (Lutschkalender).
Legen Sie einen Zeitplan bis zur endgültigen Abgewöhnung fest und halten Sie die Kontroll-Termine bei Ihrem Zahnarzt ein.
Lob und Anerkennung ist die beste Motivation.
Kinder gewöhnen sich in der Regel schnell das Lutschen ab, wenn unsere Empfehlungen Beachtung finden. Wenn Sie kleine Hilfsgeräte, wie z. B. die Mundvorhofplatte benutzen, sollte Ihr Kind diese auch nach der Entwöhnung noch einige Wochen tragen. Damit vermeiden Sie einen Rückfall in die alte Gewohnheit! Das gilt natürlich auch für den Lutschkalender, Bitterstoffe oder andere Hilfsmittel.
Saugerflasche nur zum Trinken geben, nicht zum Herumnuckeln.
Spätestens nach dem ersten Lebensjahr Flaschen absetzen und die Kinder an Becher oder Schnabeltasse gewöhnen.
Statt Plastikfläschchen sollten Glasflaschen verwendet werden, damit sich die Kinder nicht an den selbstverständlichen Gebrauch der Flaschen gewöhnen.
Reines Wasser, abgekocht und heruntergekühlt!
Bestimmte (Kinder-)Teesorten, die zuckerfrei , d. h. nicht kariesfördernd sind!
Alle Getränke, die auch nur Spuren von Zucker – in welcher Form auch immer – enthalten: süße oder gesüßte Getränke, Fruchtsäfte und Milch (besonders Kakao).
Vor dem Einschlafen und während der Nacht nur Wasser geben.
8 – 15 Uhr
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